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Klima richtig schützen: Wasserstoffzüge für Leipzig!

Wasserstoffzüge auf bisherigen Diesel-Strecken

Für einen zukunftsfähigen Nahverkehr müssen außerdem alternative Antriebe kommen. „Ich setze da voll auf Brennstoffzelle mit Wasserstoff. Damit lassen sich sowohl Züge, als auch Busse, Müllautos, Kehrmaschinen und andere Kommunalfahrzeuge betreiben. Auch für unsere Speditionen ist das ein spannendes Thema. Und mit der entsprechenden Infrastruktur wird das auch für private Pkw interessant. Das gibt der Elektromobilität eine völlig neue Perspektive, unabhängig von Batterien und Elektroladesäulen.“ Derzeit gibt es in Sachsen und Sachsen-Anhalt gerade mal vier Wasserstoff-Tankstellen: in Dresden, Leipzig, Halle und Magdeburg. „In Meerane eröffnet eine im September, in Erfurt im vierten Quartal. Dabei ist Wasserstofftanken so einfach und schnell wie Diesel und Benzin“. Längst gäbe es funktionierende Beispiele: In Bozen in Südtirol fahren Wasserstoffbusse im Linienverkehr, in Niedersachsen bewähren sich zwei Züge im Regelbetrieb. Dort werden demnächst insgesamt 14 Züge in Betrieb gehen, in Hessen sind 27 Wasserstoff-Züge geplant.


Vorreiterrolle für Verkehrswende

Großer Vorteil: Mit Wasserstoff lassen sich bisherige Dieselstrecken umweltfreundlich elektrisch betreiben. Aktuell prüft der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) die Strecke von Leipzig nach Grimma und Döbeln sowie von Leipzig-Hauptbahnhof über Leipzig-Knauthain nach Zeitz und eventuell weiter nach Gera. Nowak sieht in dem Bahnbetrieb auch eine Vorreiterrolle für eine gelingende Verkehrswende: „Wenn die Züge einmal rollen, kommen auch alle anderen Wasserstoff-Anwendungen bei Verkehr und Logistik in Betracht. BMW zum Beispiel betreibt im Leipziger Werk schon heute seine Flurförderfahrzeuge mit Wasserstoff. Und auch in der Haustechnik lässt es sich anwenden. Alles, was man zum Beispiel elektrisch heizen oder kühlen kann, geht auch mit Brennstoffzellen.“

Mit dem ostdeutschen Wasserstoff-Cluster Hypos habe die Region Leipzig/Halle außerdem ein leistungsfähiges Netzwerk aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Logistik- und Verkehrsbetrieben vor Ort. „Und es gibt entsprechende Rohrleitungen, so dass der Wasserstoff nicht mit dem Diesel-Lkw zur neuen Tankstelleoder ins Haus befördert werden muss“, so Nowak. Für die heute noch mit Diesel betriebenen Zugstrecken sei Wasserstoff eine echte Alternative zur Elektrifizierung mittels Oberleitung, die auf kleineren Hauptstrecken auch künftig aus Kostengründen eher nicht infrage kommt.


Züge könnten in den City-Tunnel eingebunden werden

Der Zweckverband Nahverkehr Leipzig habe zudem schon wertvolle Vorarbeiten geleistet. „Sowohl die Züge nach Grimma und Döbeln, als auch nach Leipzig-Knauthain und Zeitz könnten so in den Citytunnel eingebunden werden, wo Dieselzüge wegen der Brandlast nicht einfahren dürfen. Damit schließen wir weitere Orte ins Mitteldeutsche S-Bahn-Netz an“, ist sich Verkehrspolitiker Nowak sicher. Der Wasserstoffzug aus Niedersachsen war bereits zu Demonstrationszwecken Anfang des Jahres von Leipzig nach Grimma gefahren. „Bei dieser Demo-Fahrt darf es aber nicht bleiben“, so Nowak abschließend.